Theater in de Tornhall

Aktuelles

Wie kommt das Theater auf die Bühne?

von Christine Schindler

Theater in de Tornhall - 2014

Die Theatergruppe kann wieder auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken.

Ende und Anfang einer jeden Saison ist die JHV der Theaterabteilung am letzten Mittwoch im November. Diese war am 27.11.2013 um 20.15 Uhr in der Gaststätte der Turnhalle. Von der Begrüßung und dem Bericht der Abteilungsleiterin ist besonders zu erwähnen, dass die Abteilung drei Neuzugänge verzeichnen kann.

Bei der Wahl der Abteilungsleitung wurde Alexandra Gläsmann in ihrem Amt bestätigt. Im Anschluss an die Sitzung wurde traditionell das neue Theaterstück für 2014 vorgestellt:  „Drei lustige Witwen lassen´s krachen“ von Beate Irmisch.

Die drei Aufführungen waren nahezu ausverkauft und das Publikum war begeistert. Dieses Jahr konnten wir auch viele auswärtige Besucher begrüßen, die aufgrund der eifrig gerührten Werbetrommel kamen, sprich nicht durch Verbindungen zu den Spielern. Viele betonten nicht nur, das gute Spiel auf der Bühne, und dass die Rollen bei allen wie auf den Leib geschneidert wären, sondern auch das Gesamtpaket „Theater in de Tornhall“.

Was bedeutet das?

Da ist zum einen, dass der Saal mit Tischen bestückt ist, die dekoriert sind, eine Kerze brennt und gerade zu anfangs sieht man, dass alle Stühle wie Zinnsoldaten aufgereiht sind. Es besteht die Möglichkeit zu essen und zu trinken während des Stückes. Man wird schon mit dem Intro, dem Vorstellungstext, abgeholt und eingeführt. Zu guter letzt ist es das Bühnenbild, an dem mit viel Liebe zu Detail gestaltet wurde.

Stellt sich die Frage: Wie kommt eigentlich das Theater auf die Bühne?

Man könnte meinen, das ist doch ganz einfach, das steht doch im Theaterbuch. Aber so einfach ist es dann doch wieder nicht. Sicher gibt es eine Vorgabe z. Bsp. ein Wohn- und Esszimmer wie dieses Jahr. Um das Theaterdomizil herzurichten, bedarf es einiger Arbeiten, die man nicht sieht oder erahnt und man diese auch gerne unterschätzt.

Das Motto lautet:

„The same procedure as last year? The same procedure as every year” Es gibt viele Vorbereitungen, die alle Jahre gleich sind und dennoch hat jedes Stück seine eigenen besonderen Anforderungen, wie z. Bsp. dieses Jahr an die Maske; 7 Personen alt schminken. In vergangenen Jahren trafen die besonderen Anforderungen schon den Bühnenbau oder die Tontechnik.

Zu Beginn wird geklärt, wie viele Türen und Fenster werden gebraucht und wo sollen diese sein. Dann gilt es den Teppich auszulegen, der sich dann ein paar  Tage ausstreckt und anschließend fixiert wird. Darauf werden die zum Teil großen und schweren Bühnenwände gestellt und miteinander verbunden.

Verschiedene Halterungen für Vorhang, Computer, Kabel usw. werden montiert. Zwischenzeitlich wird überlegt, in welcher Zeit spielt das Stück und was sind die dafür passenden Tapeten?  Gibt es besondere Extras zu beachten wie z. Bsp. einen Kamin, einen Rosenbogen oder ähnliches? In einem gesonderten Arbeitseinsatz wurden dieses Jahr alle Wände grundiert, dass die Tapeten beim Abbau besser als in den Vorjahren entfernt werden können. Nach Trocknung wurden die Wände tapeziert. Die Theaterwohnung bekam langsam ein Gesicht. Bei den Proben wird weiter eruiert, welche Möbel brauchen wir und wo bekommt man diese her? Ab sofort werden wieder alle möglichen Quellen im Bekannten- und Verwandtenkreis angezapft. Wenn sich ein Objekt der Begierde gefunden hat, wird das mit dem Spezial-Schön-Wetter-Transporter abgeholt. Sind die Möbel alle eingetroffen und aufgestellt, geht es an die Details der Einrichtung: Tischdecken, Bilder, Kissen, Geschirr usw. Sind alle Bühnenrequisiten vorhanden? Je vollständiger das Bühnenbild vorne wird, desto mehr verlagern sich die Vorbereitungen hinter die Bühne.

Der große graue Vorhand wird aufgerollt und fixiert, Kabel für Licht, Computer, Kameras und Maskenutensilien werden verlegt.

Die Schauspieler richten sich nun auch hinter der Bühne „häuslich“ ein. Vier Wochen vor der Aufführung findet der Kartenvorverkauf statt, der wie alles andere auch, selbst organisiert und durchgeführt wird. Die Organisation – das ist ein Thema für sich, das so viel umfasst, dass wir seit einigen Jahren Listen führen, dass auch ja nichts vergessen wird.

Wie z. Bsp. Ist die Tontechnik bestellt? Wann kommt die Presse? Ist der Rollen- und Probenplan schon fertig? Haben wir genug Fruchtgummis? Ist alles mit dem Hallenbelegungsplan abgeklärt? Ist schon ein Text auf die homepage gestellt? Wer besorgt Batterien? Sind die Plakate gefertigt? Haben wir genug Helfer für den Vorverkauf? Hat jeder das passende Kostüm und die passenden Requisiten? Besprechungstermine mit TV-Vorstand, dem Wirt, der Presse, den Fotografen usw. In der Woche vor den Aufführungen wird die Tontechnik von fachmännischer Hand aufgebaut, sodass die Schauspieler überall gut verstanden werden. In den  letzten  Arbeitseinsätzen werden u. a. alle Strahler auf der Bühne und im Saal ausgerichtet, sprich die Spieler werden ins rechte Licht gesetzt. Aber die letzte Arbeit vor der Aufführung ist das Herrichten des Saals am Donnerstagabend. Hier sind immer alle dabei. Jeder hat seine Aufgabe, alles verläuft reibungslos Hand in Hand. Dieses Jahr dauerte es gerade mal eine Stunde den Saal in den alljährlichen Theaterflair oder –zauber zu versetzen.

Dieser Abend lässt die Gruppe immer auf das Bevorstehende einschwören und es ist der Startschuss für das Lampenfieber. Am Montag nach den Aufführungen wird alles wieder abgebaut und binnen 4 bis 5 Stunden ist der ganze Zauber wie verpufft und nichts lässt auch noch erahnen, was sich in dem Saal 3 Tage vorher abgespielt hat. Diese ganzen Arbeiten leisten die Mimen in Eigenregie, neben dem Text lernen und den Proben, die 2mal die Woche stattfinden. Und trotzdem freuen sie sich immer wieder auf die Saison und haben wahnsinnig viel Spaß bei den Proben! Der Bericht soll nicht abschrecken, sondern zeigen, dass das Gesamtpaket „Theater in de Tornhall“ wirklich ein Gesamtpaket ist, das von ca. 30 Personen gestemmt wird. Die Vorbereitungen benötigen nahezu genauso viel Zeit, wie das Textlernen und das Proben selbst. Eben dieser Umstand ist unsere Handschrift, die wir beibehalten wollen,  Spaß daran haben und so ist unser Erfolgsrezept.

Der Schlussapplaus bestätigt und krönt das Theater in de Tornhall.

Ausblick für 2015

Im Jahr 2015 begeht das „Theater in de Tornhall“ sein 10-jähriges Bühnenjubiläum. Die Aufführungstermine werden wie gewohnt eine Woche vor Ostern sein, am 27.; 28. und 29. März 2015, der Kartenvorverkauf wird am 28. Februar 2015 sein.

Sigrid Schellhaas;  Schriftführerin der Abteilung Theater

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